Kepler-Gesellschaft
verlieh erstmals Kepler- Förderpreise an
Gymnasiasten
in Kepler-Gymnasien der Europäischen Union
Im Rahmen einer öffentlichen Festveranstaltung wurden am 10. November
2006, die neu geschaffenen Kepler-Förderpreise der Kepler-Gesellschaft an
Schülerinnen und Schüler in Kepler-Gymnasien der Europäischen Union verliehen.
In den bis auf den letzten Platz gefüllten Räumen der Vereinigten Volksbank AG
in Weil der Stadt verfolgten etwa 200 interessierte Teilnehmer aus nah und fern
gespannt die Finalrunde dieses erstmals ausgeschriebenen Wettbewerbs.
Die Preise bestehen aus Geld- und Buchpreisen, wertvolle Urkunden für
Bewerbungen, ein Wochenende in Weil der Stadt mit interessanten Besichtigungen
in der Region, kostenlose Mitgliedschaft in der Kepler Gesellschaft bis zum Berufsstart sowie die Veröffentlichung der Preisarbeiten durch die
Kepler-Gesellschaft.
Als besonders reizvollen Rahmen für die Kepler-Förderpreise
hat sich die Kepler-Gesellschaft für die Ausschreibung in den 19
Kepler-Gymnasien in der Europäischen Union entschieden. Unter anderem soll
dadurch auch der Kontakt zwischen den Kepler-Gymnasien in der EU und mit der
Kepler-Gesellschaft gefördert werden.
Von den eingegangenen Bewerbungsarbeiten hat eine Jury der
Kepler-Gesellschaft die drei besten Arbeiten ausgewählt und die Autoren,
begleitet von ihren betreuenden Lehrern und Rektoren, zum öffentlichen Vortrag
mit Diskussion nach Weil der Stadt eingeladen.
Der Auswahl der zum Vortrag eingeladenen Arbeiten lagen
folgende Kriterien zugrunde, wobei die Reihenfolge der Kriterien ohne Bedeutung
ist:
- Verbindung
zu Kepler,
- Kreativität,
Originalität und Fantasie,
- Tiefgang
und Schwierigkeit in Abhängigkeit vom Alter der Bewerber/innen,
- Historische
und sachliche Richtigkeit,
- Struktur
und Verständlichkeit,
- Eigenständige
Leistung.
Auf dieser Basis wurden für die Finalrunde am 10.11.2006 in
Weil der Stadt die folgenden drei Arbeiten nominiert:
von Kathrin König und Marek Brendel, Kepler-Gymnasium Pforzheim.
Mit Hilfe eines digitalen, interaktiven
Wochenstundenplanes mit 19 Fächern
(von Mathematik, Astronomie, Physik bis
Latein, Deutsch, Geschichte, Musik und
Gesellschaftskunde) wird gezeigt, wie
diese Schulfächer von den Erkenntnissen und
dem Lebenswerk Keplers beeinflusst
sind. Eine wahre Fundgrube auch für Kenner! Mehr
Diese Arbeit erhielt den ersten Preis.
von Marlies Klein und Marlene
Starke, Johannes-Kepler-Gymnasium Weil der Stadt.
In einem beeindruckenden Film wird der
dramatische Stoff des Hexenprozesses
gegen Keplers Mutter nachgespielt und
gezeigt wie Johannes Kepler, von seinen
Geschwistern zu Hilfe gerufen, seine
Mutter vor dem Scheiterhaufen rettete. Mehr
von Florian Andritsch und
Florian Mikulik, Bundesrealgymnasium (BRG)
Kepler Graz.
Mit dem Teleskop der Schulsternwarte
des Grazer Kepler-Gymnasiums haben die
Autoren hochaufgelöste
Bilder des Mondes hergestellt und aus den gemessenen
Schattenlängen die Höhen von
verschiedenen Kraterwänden berechnet und mit
genauen Messwerten von Mondatlanten verglichen. Mehr
Diese beiden letztgenannten
Arbeiten erhielten jeweils einen zweiten Preis.
Alle drei Arbeiten wurden von den Schülerinnen und Schülern
mit überzeugender Klarheit und erfrischender Lebendigkeit vorgetragen.
Die zahlreichen Besucher spendeten den Preisträgern großen
Beifall und diskutierten auf dem anschließenden Empfang noch lange diese
beeindruckende und interessante
Premiere.
Mit dem Kepler-Förderpreis hat die Kepler-Gesellschaft einen
weiteren wichtigen Baustein geschaffen, um das große Lebenswerk von Johannes
Kepler zu ehren und – ganz im Sinne Keplers – vor allem auch die junge
Generation wieder verstärkt für die Beschäftigung mit naturwissenschaftlichen
Fragen und Problemen zu gewinnen.
Die Kepler-Förderpreise werden zukünftig jedes zweite Jahr
ausgeschrieben.
Arbeits-Schwerpunkte der Kepler-Gesellschaft
1. Wissenschaftliche
Betreuung und Betrieb des Kepler-Museums
Die Kepler-Gesellschaft hat das Geburtshaus von Johannes
Kepler am Marktplatz in Weil der Stadt mit Hilfe zahlreicher Spender erworben
und 1940 als Kepler-Museum eingerichtet.
Heute präsentiert sich das Kepler-Museum nach grundlegender
Renovierung mit einer nach modernen museumsdidaktischen Gesichtspunkten neugestalteten und wesentlich erweiterten Ausstellung. Sie
zeigt Erstdrucke von Keplers Werken, Briefe von und an Kepler, Bildtafeln über
seinen Werdegang, seine Lebensgeschichte und Reisen sowie viele wichtige
Dokumente. Außerdem sind neben Instrumenten und Geräten aus Keplers Zeit,
moderne Computer- und Klang - Simulationen zu sehen und zu hören, die Keplers
Entdeckungen veranschaulichen. Mehr unter www.kepler-museum.de
2. Öffentliche
Vortragsveranstaltungen
Gemeinsam mit dem Carl-Zeiss-Planetarium Stuttgart und der Schwäbischen
Sternwarte e.V. veranstaltet die Kepler-Gesellschaft – vor allem im Keplersaal
des Stuttgarter Planetariums – öffentliche Vorträge namhafter Forscher über
historische und naturwissen-schaftliche Themen.
3. Johannes-Kepler-Sternwarte (JKS) Weil der
Stadt
Die
Kepler-Gesellschaft hat gemeinsam mit der Stadt Weil der Stadt die
Johannes-Kepler-Sternwarte (JKS) Weil der Stadt gebaut. Am 6. Juni 2002 konnte
das so genannte „First Light“ und am 8. Oktober 2002 die offizielle Eröffnung
der JKS gefeiert werden.
Die
Kepler-Gesellschaft hat für den JKS-Betrieb und das JKS-Beobachtungsprogramm die Gruppe „Amateurastronomen der Kepler-Sternwarte (AKS) gegründet.
Die
Kepler-Gesellschaft und die AKS verfolgen mit der JKS folgende Ziele:
- Sternführungen für die Öffentlichkeit
- Lehrveranstaltungen und Projekte für
Schülerinnen und Schüler
- Wissenschaftliche Beobachtungen und Forschungen
- Projekte auf dem Gebiet der Astrofotographie
Mehr unter
www.kepler-sternwarte.de
4. Kepler-Archiv und -Bibliothek
In Kepler-Archiv
sammelt die Kepler-Gesellschaft Werke von Kepler, andere naturwissen-schaftliche
Schriften aus seiner Zeit sowie Literatur über Kepler. Das Kepler-Archiv und
die Kepler-Bibliothek stehen Mitgliedern und Nichtmitgliedern für
wissenschaftliche Zwecke zur Verfügung.
Über den Bestand des Kepler-Archivs gibt www.kepler-archiv.de Auskunft.
Schlussbemerkung
Mit diesen
gemeinnützigen Aktivitäten unternimmt die Kepler-Gesellschaft e.V. große ehrenamtliche
und finanzielle Anstrengungen, um das überragende Lebenswerk von Johannes
Kepler weiter zu verbreiten und vor allem auch junge Menschen wieder verstärkt
an naturwissenschaftliche Fragen und Probleme heranzuführen.
Johannes
Kepler ist ein leuchtendes Vorbild für verantwortungsvolle, der Wahrheit und
Ethik verpflichtete Forschung, abhold jeglichem Dogmatismus. Neben dem genialen
Forscher verdient daher auch der sein ganzes Leben lang nach religiöser
Toleranz und friedlichem Zusammenleben strebende Mensch
Kepler besondere Beachtung.
Die
historische wie auch die aktuelle Bedeutung Johannes Keplers für die Astronomie
und Raumfahrt lässt sich kaum überschätzen. So führt zum Beispiel die
amerikanische Weltraumorganisation NASA in diesen Jahren ein großes
Weltraum-Forschungsprojekt durch mit dem Titel (in Deutsch): „Kepler Mission - Die Suche nach erdähnlichen
Planeten“. Dabei wird unmittelbar auf den Erkenntnissen des großen Astronomen
aufgebaut.
Mehr dazu
unter www.kepler-portal.de und dort
weiter zum NASA-Projekt
„Kepler-Mission: A Search for
Habitable Planets“.
Es ist
daher an der Zeit, Johannes Kepler auch im eigenen Land so zu würdigen, wie es
etwa Keplers Zeitgenosse und Kollege Galileo Galilei in Italien seit langem
erfährt.
Weil der
Stadt, 22. November 2006
Prof. Dr.
Manfred Fischer
Vorsitzender
der Kepler-Gesellschaft e.V.