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Liebe Kepler-Freunde und -Freundinnen, liebe Kepler-Interessierte!

Der Kepler-Rundbrief enthält diesmal eine Veranstaltungsankündigung und die Anzeige zweier Veröffentlichungen.

1.

image007Am Sonntag, den 22. Februar 2026 um 14:30 Uhr stellt der Journalist Thomas Denzel mit mir zusam­men den vom Deutschen Literaturarchiv herausge­geben SPUREN-Band 140 Kepler und Hölderlin in Leonberg im Leonberger Stadtmuseum, Pfarrstraße 1 vor. In einem lockeren Gespräch sollen die ur­sprünglich gleichen Ausbildungen, Interessen und Lebensentwürfe des Astronomen und des Dichters und ihre Spuren in Leonberg behandelt werden. Johannes Kepler (1571-1630) verbrachte Kindheit und Schulzeit in Leonberg, für Friedrich Hölderlin (1770-1843) war die Stadt Bezugspunkt einer tiefen Freundschaft zum Stadtschreiber Immanuel Nast und Refugium für seine erste große Liebe zu dessen Cousine Louise Nast. Eines der Vorbilder des jun­gen Dichters beim Übergang von der höheren Klos­terschule Maulbronn ins Tübinger Stift war Kepler, dem er 1789 eine Ode widmete.

Im Veranstaltungskalender der Stadt Leonberg finden sich weitere Informationen.

Der Band kann im Stadtmuseum Leonberg gekauft oder über das Deutsche Literaturarchiv Marbach und den Buchhandel bezogen werden (ISBN 978-3-944469-79-9).

2.

image008Über den u.a. durch Berthold Auerbach (1812-1882), einen im 19. Jahrhundert vielgelesenen Schriftsteller, in seiner Kepler-Biographie verbrei­teten Irrtum, Kepler habe in Emmendingen (bei Freiburg im Breisgau) Teile seiner Schulzeit ver­bracht und sein Vater eine Gastwirtschaft betrie­ben, hatte ich schon einmal im Rundbrief 1/2025 berichtet anlässlich meines Aufsatzes Johannes Kepler in Emmendingen? Entstehung und Fol­gen eines Irrtums aus dem 18. Jahrhundert im Alemannischen Jahrbuch, Bd. 71/72 (2023/2024), S. 243-255. Letztes Jahr erschien dazu ein weiterer Beitrag Kepler kam nur bis Ellmendingen (Badische Zeitung vom 20.09.2025, pdf anbei).

pdfKepler_kam_nur_bis_Ellmendingen

3.

image009Nicht nur Berthold Auerbach wollte einen Kepler-Roman oder ein Kepler-Trauerspiel schreiben und konnte dieses Vorhaben nie verwirklichen, auch dem österrei­chischen Schriftsteller Adalbert Stifter (1805-1868) erging es so. In Linz ging er täglich durch die Gassen, durch die schon Kepler über 200 Jahre zuvor als Land­schaftsmathematiker Österreichs ob der Enns gegangen war, und das Linzer Landhaus war sowohl Keplers als auch Stifters Dienstsitz in seinem Brotberuf als oberösterreichischer Schulrat. Detlef Suckrau und ich haben in unserem Beitrag Adalbert Stifters ungeschriebener Kepler-Roman. Identifikation, Motivation, unerfüllte Hoffnun­gen und Pläne untersucht, wie ernst es Stifter mit seinen Kepler-Plänen war und ob sich nicht doch noch irgendwo Notizen, Konzepte oder Entwürfe erhalten haben (siehe pdfStifters_ungeschriebener_Kepler-Roman).

Das aktuelle Heft Nr. 57/2025 der Berichte und Mitteilungen Heimatverein Weil der Stadtmit dem Aufsatz ist erhältlich in Stadtarchiv und Stadt- & Tourist-Info Weil der Stadt.

Mit herzlichen Grüßen und alles Gute bis zum nächsten Mal
Euer / Ihr H.-J. Albinus